Referenzpersonen in der
Bewerbung angeben

Zwei bis drei Namen entscheiden am Ende mit. Wer sich eignet, was ins Referenzblatt gehört, wie Sie Ihre Referenz vorbereiten – und wann «auf Anfrage» die klügere Wahl ist.

Individuell formuliert · Fertig in 1 Werktag · PDF & Word · ab CHF 79

Referenzen angeben – die Kurzantwort

Referenzpersonen sind Menschen, die Ihre Arbeit aus eigener Anschauung beurteilen können und dazu telefonisch Auskunft geben. Nennen Sie zwei bis drei – idealerweise direkte Vorgesetzte aus den letzten Jahren. Jede Person wird vorher gefragt, ohne Ausnahme. Verlangt das Inserat Referenzen, legen Sie ein eigenes Referenzblatt bei mit Name, Funktion, Firma, Verhältnis, Zeitraum und Kontaktdaten. Verlangt es keine, genügt der Satz «Referenzen gebe ich Ihnen gerne auf Anfrage bekannt» – so schützen Sie Ihre Kontakte vor Anrufen aus Verfahren, die ohnehin nicht weiterlaufen.

Referenzen sind die letzte Hürde vor der Zusage – und die einzige Station im Verfahren, die Sie nicht selbst bestreiten. Genau deshalb werden sie unterschätzt: Viele wählen die Namen nach Sympathie statt nach Aussagekraft, vergessen die Absprache und erfahren erst hinterher, dass jemand am Telefon ins Stocken geraten ist. Diese Seite zeigt, wen Sie nennen, wie Sie Ihre Referenz vorbereiten und was am anderen Ende der Leitung tatsächlich gefragt wird. Wer das Dossier samt Referenzblatt aus einer Hand möchte, findet das im Bewerbungsservice.

Anzahl2–3 Personen
Beste WahlDirekte Vorgesetzte
PflichtVorher um Erlaubnis fragen
FormEigenes Blatt oder «auf Anfrage»
1 Frageentscheidet: «Würden Sie die Person wieder einstellen?»
5 Min.dauert ein Briefing – und rettet die Auskunft
0Namen ohne Einwilligung ins Dossier

Inhaltsverzeichnis

Was Referenzen leisten – und was nicht

Definition

Eine Referenzperson ist jemand, der Ihre Arbeitsweise aus eigener beruflicher Zusammenarbeit kennt und darüber mündlich Auskunft gibt – meist telefonisch, meist zehn bis fünfzehn Minuten, meist am Ende des Verfahrens. Die Referenzauskunft ist damit das Gegenstück zum Arbeitszeugnis: schriftlich versus mündlich, formell versus ungeschminkt, Vergangenheit versus Einschätzung.

Warum wird überhaupt angerufen, wenn doch ein Zeugnis vorliegt? Weil ein Zeugnis wohlwollend formuliert sein muss und deshalb selten alles sagt. Am Telefon fallen Zwischentöne, ein Zögern, ein «grundsätzlich schon» – und genau danach wird gehorcht. Die Referenz beantwortet nicht die Frage «War die Person gut?», sondern «Passt die Person zu dieser Stelle?». Das ist eine andere Frage, und sie lässt sich nur von jemandem beantworten, der Sie arbeiten gesehen hat.

Was Referenzen nicht leisten: Sie retten kein schwaches Dossier. Wer nicht eingeladen wird, kommt nie in die Lage, dass jemand anruft. Und sie ersetzen keine Belege – Zeugnisse, Diplome und Zertifikate gehören weiterhin in die Beilagen, wie unter vollständige Bewerbungsunterlagen und in der Reihenfolge der Unterlagen beschrieben. Referenzen sind der letzte Schliff, nicht das Fundament.

Zeitachse eines Bewerbungsverfahrens: Referenzen werden erst nach dem Zweitgespräch kontaktiert Dossier Erstgespräch Zweitgespräch Referenzen Zusage «auf Anfrage» Namen nennen Referenz briefen 10–15 Min. Telefon Angerufen wird spät – wer bis dahin nichts abgesprochen hat, verliert Zeit
Referenzen sind die vorletzte Station. Wer die Namen früh sammelt und spät herausgibt, behält die Kontrolle.

Wer sich eignet, wer nicht

Die Auswahl folgt einer einzigen Frage: Kann diese Person beurteilen, was ich künftig tun soll? Nicht: Wer mag mich am meisten? Eine wohlwollende Kollegin, die Ihre Fachaufgabe nie gesehen hat, nützt weniger als ein sachlicher Vorgesetzter, der sie täglich beurteilt hat.

Erste Wahl
Direkte Vorgesetzte der letzten zwei bis drei Stationen. Sie kennen Leistung, Verhalten und Entwicklung – und ihre Einschätzung hat intern das grösste Gewicht.
Zweite Wahl
Projektleitende, Teamkolleginnen, Kunden, Berufsbildner. Brauchbar, wenn Vorgesetzte nicht erreichbar sind oder wenn die Person eine bestimmte Fachkompetenz besonders gut belegt.
Nicht geeignet
Verwandte, Freunde, Bekannte ohne beruflichen Bezug – und alle, die Sie länger als etwa fünf Jahre nicht mehr erlebt haben. Solche Namen schaden mehr, als sie nützen.
Balkendiagramm: Gewicht verschiedener Referenzarten aus Sicht der Personalauswahl Direkte/r Vorgesetzte/r höchstes Gewicht Projektleitung stark, wenn fachnah Kunde / Auftraggeber gut bei Beratung/Verkauf Teamkollegin nur ergänzend Freund / Verwandte wirkt wie Verlegenheit Entscheidend ist die Nähe zur künftigen Aufgabe – nicht die Sympathie
Je näher die Referenzperson an Ihrer künftigen Aufgabe war, desto schwerer wiegt ihre Auskunft.
Die Mischung macht es

Zwei Vorgesetzte aus verschiedenen Stationen plus eine fachnahe Person ergeben ein rundes Bild: Entwicklung über die Zeit, Verhalten in zwei Umgebungen, konkrete Fachkompetenz. Drei Referenzen aus derselben Abteilung sagen dagegen dreimal dasselbe. Für spezifische Rollen – etwa in der Pflege oder im Detailhandel – zählt zusätzlich, dass die Person den Betriebsalltag kennt, nicht nur Ihre Person.

Anzahl und Rangfolge

Zwei bis drei ist die Antwort, und dahinter steht eine einfache Logik. Eine einzige Referenz wirft die Frage auf, warum es keine zweite gibt. Vier oder fünf wirken wie Belege auf Vorrat – und werden ohnehin nicht alle angerufen; niemand telefoniert fünf Personen ab, wenn drei ein klares Bild ergeben.

Die Reihenfolge auf dem Blatt ist kein Zufall: Zuerst die aussagekräftigste Person, nicht die zeitlich jüngste. Wenn Ihre letzte Vorgesetzte Sie nur vier Monate erlebt hat, die vorherige aber sechs Jahre, steht die vorherige oben. Wer die Reihenfolge chronologisch führt, verschenkt die Position, die tatsächlich gelesen wird – nämlich die erste.

Kurz gemerkt

Zwei bis drei Personen. Erste Position = stärkste Aussage. Verschiedene Stationen statt dreimal dieselbe Abteilung. Und niemand auf dem Blatt, der nicht gefragt wurde.

Das Referenzblatt: Aufbau und Angaben

Wird ein Referenzblatt verlangt, ist es ein eigenes Dokument – kein Absatz im Lebenslauf und keine Fussnote. Es trägt dieselbe Kopfzeile, dieselbe Schrift und dasselbe Layout wie Ihr übriges Dossier und steht in den Beilagen ganz hinten, nach den Zeugnissen.

Angaben pro Referenzperson – und warum sie nötig sind
AngabeBeispielZweck
Vorname, NameBeat FischerAnsprechperson eindeutig identifizieren
FunktionLeiter FinanzenZeigt die Autorität der Aussage
FirmaBeispiel AG, ZürichOrdnet die Station zu
Verhältnis zu IhnenDirekter VorgesetzterDie wichtigste Zeile – bestimmt das Gewicht
Zeitraum03/2019 – 08/2024Zeigt, wie lange die Person Sie erlebt hat
TelefonDirektnummer, nicht ZentraleEine Zentrale kostet Zeit und Motivation
E-Mailgeschäftlich, nicht privatAlternative für Terminabsprachen
Erreichbarkeit«am besten vormittags»Optional, aber sehr geschätzt
So sieht ein Eintrag ausBeat Fischer · Leiter Finanzen, Beispiel AG, Zürich
Direkter Vorgesetzter, 03/2019 – 08/2024
044 123 45 67 · b.fischer@beispiel.ch · am besten vormittags erreichbar

Die Zeile zum Verhältnis ist die, die am häufigsten fehlt – und die einzige, die wirklich entscheidet. Ohne sie ist «Beat Fischer, Beispiel AG, 044 123 45 67» nur eine Nummer. Mit ihr wird daraus eine Aussage über Ihre Position im Betrieb. Dasselbe Prinzip gilt im ganzen Dossier: Fakten ohne Einordnung sind Rohdaten. Wie das im Lebenslauf aussieht, zeigen die Seiten zum Lebenslauf und zur Lebenslaufvorlage.

Referenzblatt oder Zeile im Lebenslauf?

Ein eigenes Blatt ist die saubere Lösung, sobald Referenzen verlangt werden – es lässt sich weglassen, austauschen und aktualisieren, ohne den Lebenslauf anzufassen. Im Lebenslauf selbst genügt bei Bedarf eine Zeile: «Referenzen auf Anfrage». Ganze Kontaktblöcke im Lebenslauf machen das Dokument unruhig und geben Daten heraus, bevor sie gebraucht werden. Wie das Dossier insgesamt zusammengesetzt wird, steht unter moderne Bewerbungsmappe.

Beilegen oder «auf Anfrage»?

Die Frage entscheidet sich am Inserat, nicht am Gefühl. Und sie hat eine praktische Seite, die viele übersehen: Jede Bewerbung mit Referenzblatt ist eine potenzielle Störung für Ihre Referenzperson. Wer zwanzig Dossiers mit Kontaktdaten verschickt, riskiert, dass sein wichtigster Fürsprecher beim fünften Anruf genervt ist.

Referenzblatt beilegen
Das Inserat verlangt Referenzen ausdrücklich oder das Portal hat entsprechende Felder. Dann liefern Sie vollständig – Weglassen wirkt wie Nachlässigkeit.
«Auf Anfrage»
Das Inserat sagt nichts dazu. Dann genügt der Satz im Schreiben. Sie signalisieren, dass Referenzen bereitstehen, ohne Daten zu streuen.
Gar nichts erwähnen
Wirkt, als hätten Sie niemanden. Selbst wenn nicht danach gefragt wird: Ein Halbsatz kostet nichts und beantwortet eine Frage, die ohnehin kommt.
Der Satz für den Schlussabsatz«Referenzen gebe ich Ihnen gerne auf Anfrage bekannt.»
Wenn die Suche vertraulich ist«Referenzen nenne ich Ihnen gerne im Gespräch; meine aktuelle Arbeitgeberin ist über die Suche noch nicht informiert.»

Der zweite Satz leistet mehr, als er aussieht: Er erklärt, warum die naheliegendste Referenz fehlt, bevor jemand danach fragt – und er zeigt Loyalität gegenüber dem aktuellen Betrieb, was durchaus als Charaktermerkmal gelesen wird. Er gehört in denselben Schlussabsatz wie Pensum, Eintrittstermin und – falls verlangt – die Lohnvorstellung. Der Aufbau des Absatzes steht auf der Seite zum Begleitschreiben.

Einwilligung einholen

Ohne Zustimmung kein Name. Das hat zwei Gründe. Erstens den praktischen: Ein unangekündigter Anruf trifft Ihre Referenz zwischen zwei Terminen, sie muss improvisieren, und improvisierte Auskünfte sind selten gut. Zweitens den sachlichen: Sie geben personenbezogene Daten weiter – Name, Funktion, Direktnummer. Solche Angaben gehören nicht ohne Einverständnis der betroffenen Person in ein Dossier, das an fremde Firmen geht.

Die Anfrage selbst ist unkompliziert und dauert zwei Minuten. Wichtig ist nur, dass sie vor dem Versand passiert und nicht erst, wenn das Telefon schon klingelt. Fragen Sie zudem konkret nach der bevorzugten Nummer und der besten Erreichbarkeit – das schont die Nerven aller Beteiligten und macht auf dem Blatt einen professionellen Eindruck. Zum Umgang mit Ihren eigenen Daten in unserem Verfahren finden Sie Angaben in der Datenschutzerklärung.

Anfrage per E-Mail oder Nachricht«Guten Tag Herr Fischer

Ich bewerbe mich derzeit als Sachbearbeiterin Finanzen bei mehreren Betrieben und würde Sie gerne als Referenz angeben. Dürfte ich Ihren Namen, Ihre Funktion und Ihre Direktnummer im Referenzblatt aufführen? Es geht um Auskünfte zu meiner Tätigkeit von 2019 bis 2024.

Falls es Ihnen passt, melde ich mich kurz, sobald ein konkretes Gespräch ansteht – dann wissen Sie, wer sich meldet.

Herzlichen Dank und freundliche Grüsse»
Die stille Absage erkennen

Wenn jemand ausweichend antwortet – «grundsätzlich gerne, aber ich bin schwer erreichbar» –, ist das oft ein höfliches Nein. Nehmen Sie es als solches. Eine halbherzige Referenz ist schlechter als gar keine, weil das Zögern am Telefon hörbar wird und schwerer wiegt als jede Einzelantwort. Suchen Sie in dem Fall eine andere Person, statt zu insistieren.

Referenzperson vorbereiten

Zwischen «darf ich Sie angeben» und dem tatsächlichen Anruf liegen oft Wochen. In dieser Zeit passiert das meiste, was schiefgehen kann: Die Referenz weiss nicht, um welche Stelle es geht, kennt Ihre aktuelle Situation nicht und erinnert sich vage an Projekte, die für die neue Aufgabe zentral wären.

Schritt 1
Kurz vorwarnen
Sobald ein Zweitgespräch ansteht: eine Nachricht mit Firma, Funktion und dem ungefähren Zeitfenster des Anrufs. Niemand mag Überraschungen im Arbeitsalltag.
Schritt 2
Kontext liefern
Zwei, drei Sätze zur Stelle und was dort zählt: Führung? Genauigkeit? Kundenkontakt? Die Referenz kann dann gezielt darauf eingehen, statt allgemein zu loben.
Schritt 3
Erinnerung auffrischen
Nennen Sie ein bis zwei konkrete Projekte aus Ihrer gemeinsamen Zeit. Konkrete Beispiele sind das, was am Telefon überzeugt – nicht Adjektive.
Ein gutes Briefing in vier Zeilen
«Guten Tag Herr Fischer, es wird konkret: Die Firma Muster AG in Winterthur meldet sich voraussichtlich nächste Woche bei Ihnen. Es geht um eine Stelle als Teamleiterin Debitoren, 80 %. Wichtig sind dort Genauigkeit und die Führung eines kleinen Teams – Sie erinnern sich vielleicht an die Umstellung auf das neue Buchhaltungssystem 2022, das war genau diese Kombination. Herzlichen Dank!»

Der Unterschied ist gross: Ohne Briefing sagt Ihre Referenz «Sie war zuverlässig und angenehm im Umgang». Mit Briefing sagt sie «Sie hat 2022 die Systemumstellung im Debitorenbereich geführt, mit drei Leuten und ohne Ausfall». Beide meinen dasselbe – aber nur der zweite Satz landet. Diese Konkretheit ist derselbe Hebel, der auch im Motivationsschreiben den Unterschied macht.

Wo das Briefing aufhört

Vorbereiten heisst Kontext geben, nicht Antworten vorschreiben. Wer seiner Referenz Formulierungen diktiert, riskiert eine Auskunft, die einstudiert klingt – und geübte Ohren merken das sofort. Ihre Referenz muss frei sprechen können, auch über Schwächen. Genau diese Freiheit macht die Auskunft glaubwürdig.

Was am Telefon gefragt wird

Referenzauskünfte folgen einem erstaunlich einheitlichen Muster. Wer es kennt, wählt seine Personen anders aus – und weiss, wo es eng werden könnte.

Typische Fragen einer Referenzauskunft und was dahintersteckt
FrageWas wirklich geprüft wird
In welchem Zeitraum und in welcher Funktion?Abgleich mit Lebenslauf und Zeugnis – stimmen die Angaben?
Was waren die Hauptaufgaben?Deckt sich die Selbstbeschreibung mit der Fremdwahrnehmung?
Wie war die Arbeitsqualität?Sorgfalt, Tempo, Selbstständigkeit
Wie war die Zusammenarbeit im Team?Verhalten unter Kollegen – der häufigste Kündigungsgrund überhaupt
Wie ging die Person mit Druck oder Kritik um?Belastbarkeit, Reifegrad
Warum endete die Zusammenarbeit?Abgleich mit Ihrer eigenen Darstellung
Gibt es Entwicklungsfelder?Ob die Referenz ehrlich ist – reines Lob wirkt unglaubwürdig
Würden Sie die Person wieder einstellen?Die Königsfrage. Ein Zögern hier wiegt schwerer als alles davor.

Zur Frage nach den Entwicklungsfeldern: Eine Referenz, die nur schwärmt, wird nicht als Bestätigung gelesen, sondern als Gefälligkeit. Gute Referenzpersonen nennen eine echte Schwäche und ordnen sie ein – «sie war anfangs zu perfektionistisch, hat das aber im Lauf des Jahres selbst korrigiert». Das ist kein Nachteil, das ist der Beweis, dass jemand wirklich hingeschaut hat. Wählen Sie Menschen, die ehrlich sein dürfen, nicht solche, die nur nett sein wollen.

Drei Fälle aus der Praxis

Typische Konstellationen aus der Dossier-Arbeit, in den Details verändert.

C. W.
Corinne W., Sachbearbeiterin Versicherung
Referenzblatt beigelegt · Absage nach dem Zweitgespräch

Die Situation: Auf dem Blatt standen drei Namen, alle korrekt. Gefragt hatte sie niemanden – sie ging davon aus, dass das selbstverständlich in Ordnung sei.

Was ankommt: Ein ehemaliger Vorgesetzter wurde am Telefon überrascht, brauchte einen Moment, um sie einzuordnen, und sagte «Moment, welche Frau W. meinen Sie?». Das war das Ende – nicht wegen der Auskunft, sondern wegen der Sekunde davor.

Die Korrektur: Alle drei vorab angefragt, zwei sagten zu, einer nicht. Auf dem Blatt standen danach zwei Namen mit Direktnummer und dem Zusatz «am besten vormittags». Beim nächsten Verfahren kam der Anruf – und die Referenz wusste bereits, worum es ging.
J. A.
Jonas A., Polymechaniker
Trennung im Streit · keine Referenz aus der letzten Station

Die Situation: Die letzte Anstellung endete nach einem Konflikt mit dem Vorgesetzten. Auf dem Referenzblatt stand er trotzdem – aus der Sorge, sein Fehlen falle auf.

Was ankommt: Genau das, was zu befürchten war. Eine Referenz, die «grundsätzlich schon» sagt, ist schädlicher als eine fehlende – sie bestätigt eine Vermutung, die sonst nie entstanden wäre.

Die Korrektur: Der Teamleiter derselben Firma, mit dem er vier Jahre zusammengearbeitet hatte, übernahm – fachlich näher an der Arbeit und ohne Vorgeschichte. Dazu ein Satz im Schreiben: «Als Referenz nenne ich Ihnen gerne meinen langjährigen Teamleiter; er kennt meine Arbeit am besten.» Kein Wort über den Konflikt. Verwandte Situationen behandelt die Seite Bewerbung nach Kündigung.
S. T.
Selina T., Kauffrau EFZ, Berufseinstieg
Erste Bewerbung nach der Lehre · «ich habe doch keine Referenzen»

Die Situation: Im Dossier fehlte jeder Hinweis auf Referenzen, weil sie glaubte, dafür brauche es Jahre im Beruf.

Was ankommt: Eine Lücke, wo eine einfache Zeile stehen könnte. Referenzen sind keine Frage der Dienstjahre, sondern der Beobachtung.

Die Korrektur: Ihre Berufsbildnerin aus der Lehre und die Abteilungsleiterin des letzten Lehrjahres – beide kannten ihre Arbeitsweise über Monate. Dazu die Lehrerin ihrer Vertiefungsarbeit als dritte Option. Passend dazu: Bewerbung nach der Ausbildung und Lebenslauf ohne Berufserfahrung.

Aktueller Arbeitgeber, Konflikt, Berufseinstieg

Der aktuelle Arbeitgeber

Die heikelste Konstellation. Solange Ihre Vorgesetzten nichts von der Suche wissen, gehört die aktuelle Firma nicht auf das Blatt – ein Anruf dort kann Ihre Anstellung gefährden, bevor die neue sicher ist. Der akzeptierte Weg: Sie nennen frühere Stationen und weisen darauf hin, dass die aktuelle Arbeitgeberin erst nach einer Zusage kontaktiert werden darf. Das versteht jede Personalabteilung – sie steht schliesslich regelmässig auf der anderen Seite derselben Situation.

Nach einem Konflikt

Eine Station ohne Referenz fällt auf, wenn sie die letzte war. Nennen Sie deshalb eine andere Person aus derselben Firma – Teamleitung, Projektverantwortliche, Nachbarabteilung. Das schliesst die Lücke, ohne dass jemand nachfragen muss. Und es ist ehrlicher, als eine Referenz anzugeben, von der Sie wissen, dass sie zögern wird.

Berufseinstieg und Wiedereinstieg

Berufsbildnerinnen, Praktikumsverantwortliche, Dozierende einer Abschlussarbeit – alle geeignet, sofern sie Ihre Arbeitsweise erlebt haben. Nach einer längeren Pause gilt dasselbe mit älteren Kontakten: Eine Referenz von vor sechs Jahren ist besser als keine, sofern die Person Sie tatsächlich noch einordnen kann. Rufen Sie vorher an – nicht nur wegen der Erlaubnis, sondern um zu hören, ob die Erinnerung noch trägt. Situationen dieser Art behandeln auch Quereinstieg nach Familienzeit und Quereinstieg mit 50 plus.

Wenn eine Firma nicht mehr existiert

Die Person zählt, nicht der Betrieb. Nennen Sie den ehemaligen Vorgesetzten mit seiner heutigen Funktion und dem Hinweis auf die frühere Firma: «Ehemaliger Vorgesetzter bei der Muster AG, heute Leiter Betrieb bei der Beispiel GmbH». Eine Konkursmeldung im Lebenslauf ist kein Makel – die fehlende Referenz wäre einer.

Die häufigsten Fehler

Typische Fehler bei Referenzen – Wirkung und bessere Lösung
FehlerWie es sich auswirktBesser
Personen nicht vorher gefragtÜberraschte, unsichere AuskunftImmer vorab anfragen
Freunde oder Verwandte genanntWirkt wie VerlegenheitNur berufliche Kontakte
Nur eine ReferenzWeckt die Frage nach der zweitenZwei bis drei
Zentrale statt DirektnummerAnruf versandet, Motivation sinktDirektnummer plus Erreichbarkeit
Verhältnis nicht angegebenDie Auskunft lässt sich nicht gewichten«Direkte Vorgesetzte, 2019–2024»
Referenzblatt ungefragt beigelegtDaten gestreut, Kontakte verbraucht«Auf Anfrage», wenn nicht verlangt
Aktuelle Firma ohne AbspracheGefährdet die laufende AnstellungHinweis auf Vertraulichkeit
Referenz nicht gebrieftAllgemeines Lob statt KonkretemKurznachricht vor dem Anruf
Person aus dem Streit genanntZögern am Telefon bestätigt ZweifelAndere Person derselben Firma
Veraltete KontaktdatenWirkt unsorgfältig, blockiert das VerfahrenVor jedem Versand prüfen

Auffällig ist, dass fast alle Fehler dieselbe Ursache haben: Das Referenzblatt wird als Formalie behandelt statt als Teil der Bewerbung. Dabei ist es das einzige Dokument, in dem andere für Sie sprechen. Wer das Dossier sauber und aus einem Guss haben möchte – inklusive passendem Referenzblatt im gleichen Layout –, findet das unter Bewerbung schreiben lassen oder als vollständiges Bewerbungsdossier.

Checkliste vor dem Versand

Der Test in zehn Sekunden

Stellen Sie sich vor, Ihr Gegenüber ruft heute an. Würde jede Person auf Ihrem Blatt sofort wissen, wer Sie sind und worum es geht? Wenn Sie bei einem Namen zögern, streichen Sie ihn.

Transparenz: Leistung und Grenzen

Für wen diese Seite gedacht ist: für Personen, die in einer Bewerbung Referenzen angeben möchten oder müssen – vom Berufseinstieg nach der Lehre bis zum Wechsel in eine Führungsfunktion.

Was hier erklärt wird: die Rolle der Referenz im Auswahlverfahren, die Auswahl geeigneter Personen, Aufbau und Angaben eines Referenzblatts, die Entscheidung zwischen Beilage und «auf Anfrage», das Einholen der Einwilligung, die Vorbereitung der Referenzperson sowie die typischen Fragen einer Referenzauskunft.

Was bewusst nicht angeboten wird: keine Rechtsberatung. Fragen zum Datenschutz im Einzelfall, zum Auskunftsrecht, zu unzulässigen Fragen bei Referenzauskünften, zum Persönlichkeitsschutz oder zum Anspruch auf ein Arbeitszeugnis gehören zu einer arbeitsrechtlichen Fachstelle, einer Gewerkschaft oder einer Anwältin. Die Hinweise hier betreffen die Darstellung im Dossier und den üblichen Umgang in Bewerbungsverfahren.

Wo die Grenzen liegen: Wie Referenzauskünfte gehandhabt werden, unterscheidet sich je nach Betrieb, Branche und Funktion – in manchen Verfahren wird gar nicht angerufen, in anderen entscheidet das Telefonat. Was eine Referenzperson sagt, liegt ausserdem nicht in Ihrer Hand. Eine gute Vorbereitung erhöht die Wahrscheinlichkeit einer aussagekräftigen Auskunft, sie garantiert sie nicht.

Woher die Beispiele stammen: aus der laufenden Arbeit an Bewerbungsdossiers für Kundinnen und Kunden aus Verwaltung, Technik, Pflege, Detailhandel und Dienstleistung. Namen und Details sind verändert, die Muster nicht. Den Ablauf finden Sie unter Ablauf, die Konditionen unter Pakete & Preise, weitere Antworten in der FAQ.

Dossier und Referenzblatt aus einem Guss

Schicken Sie uns Ihren bisherigen Lebenslauf, das Inserat und Ihre Referenzangaben – Sie erhalten ein Dossier, in dem Lebenslauf, Schreiben und Referenzblatt dieselbe Handschrift tragen. Fertig in 1 Werktag, als PDF und Word.

Passend dazu: Zeugnisse beilegen, Pensum angeben und Eintrittstermin und Kündigungsfrist.

Häufige Fragen zu Referenzen

Wie viele Referenzpersonen soll ich angeben?

Zwei bis drei. Eine wirkt dünn, mehr als drei wie ein Beleg auf Vorrat – und wird ohnehin nicht abtelefoniert. Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern die Nähe zur ausgeschriebenen Aufgabe. Mehr dazu unter Anzahl und Rangfolge.

Welche Angaben gehören auf das Referenzblatt?

Name, Funktion, Firma, das Verhältnis zu Ihnen, der gemeinsame Zeitraum, Telefon und E-Mail. Die Zeile zum Verhältnis ist die wichtigste – ohne sie bleibt eine Nummer nur eine Nummer. Aufbau und Beispiel unter Das Referenzblatt.

Muss ich meine Referenzpersonen vorher fragen?

Ja, immer. Ein unangekündigter Anruf setzt Ihre Referenz unter Druck und führt selten zu einer guten Auskunft. Zudem geben Sie personenbezogene Daten weiter – Name, Funktion, Direktnummer. Ohne Einverständnis gehören sie nicht ins Dossier.

Referenzen ins Dossier legen oder auf Anfrage?

Verlangt das Inserat Referenzen, legen Sie ein Referenzblatt bei. Sonst genügt: «Referenzen gebe ich Ihnen gerne auf Anfrage bekannt.» Das schützt Ihre Kontakte vor Anrufen aus Verfahren, die ohnehin nicht weiterlaufen.

Darf ich meinen aktuellen Arbeitgeber als Referenz angeben?

Nur, wenn dort von der Suche gewusst wird. Ist die Suche vertraulich, nennen Sie frühere Stationen und weisen darauf hin, dass die aktuelle Anstellung erst nach einer Zusage kontaktiert werden darf – das versteht jede Personalabteilung.

Was wird bei einer Referenzauskunft gefragt?

Zeitraum, Funktion, Aufgaben, Arbeitsqualität, Zusammenarbeit, Umgang mit Druck, Trennungsgrund – und zum Schluss: «Würden Sie die Person wieder einstellen?» Ein Zögern dort wiegt schwerer als jede Einzelantwort. Die ganze Liste unter Was am Telefon gefragt wird.

Ersetzen Referenzen das Arbeitszeugnis?

Nein, sie ergänzen es. Das Zeugnis ist schriftlich und formell, die Referenz liefert Zwischentöne. Beides gehört ins Verfahren – das Zeugnis in die Beilagen, die Referenz ans Ende des Prozesses.

Wen nenne ich beim Berufseinstieg als Referenz?

Berufsbildnerin, Praktikumsverantwortliche, Dozierende einer Abschlussarbeit oder Leitende aus einem Vereinskontext. Entscheidend ist, dass die Person Ihre Arbeitsweise aus eigener Anschauung kennt. Nicht geeignet: Verwandte und Freunde.

Wie lange dauert die Erstellung meiner Unterlagen?

Die fertigen Unterlagen erhalten Sie 1 Werktag nach Eingang Ihrer Angaben – als PDF und Word. Benötigt werden Ihr bisheriger Lebenslauf oder eine Übersicht Ihrer Stationen, das Inserat sowie Ihre Eckdaten zu Pensum und Eintritt. Fehlt uns etwas, melden wir uns am selben Tag – die Frist läuft erst danach. Alle Details unter Ablauf.

Weitere passende Seiten

Referenzen sind ein Baustein. Hier finden Sie die übrigen Teile eines vollständigen Dossiers.

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